
Es ist ein warmer Sommertag im schönen hessischen Bad Vilbel und der Trubel des Hessentages 2025 ist über die kleine Stadt hineingebrochen. Auf einer Wiese am Rande des Ortes ist ein großer Parkplatz ausgewiesen.
Nach einem langen Arbeitstag treffe ich mich mit meiner Frau an eben jenem Parkplatz, denn wir wollen uns ein Konzert von Legenden ansehen: Judas Priest. Ja, die Judas Priest um den Metalgod Rob Halford himself entern die Bühne des Hessentags auf ihrer Invincible Shield-Tour.
Wir hatten uns recht schnell Tickets zugelegt, mit einem kurzen Anspieler meiner Lieblingsscheibe der Band Painkiller war meine Frau schnell überzeugt: Das ballert! Da gehen wir hin.
Auf dem Weg zur Bühne, der unfassbar lang erschien, kamen wir ins Gespräch mit etlichen Fans. Dabei kristallisierte sich eines heraus: Die Band begeistert offensichtlich durch die Generationen hindurch. Vor der riesigen Bühne, die über dem Acker thronte, wie ein Fremdkörper auf einer einsamen Ebene, hatten sich unzählige Menschen versammelt, um ihrer Liebe zu den harten Tönen zu frönen.
Warum der Bericht über das Konzert? Judas Priest haben mir an dem Abend in Bad Vilbel einen großen Gefallen getan: Sie haben fast das gesamte Painkiller-Album live kredenzt. Ich hatte die Scheibe in den Wirren der frühen Neunzigerjahre nicht auf dem Schirm; die musikalische Übermacht aus Seattle war zu diesem Zeitpunkt sehr erdrückend. Daher war mir das Album „durchgegangen“ und ich hatte es erst viel später entdeckt.
Was die Herren um Metalgod Rob Halford auf die Bühne gezaubert haben, war großartiges Entertainment. Angefangen mit dem selbstbetitelten Opener und dem brettharten Drumeinstieg, über solche atmosphärischen Granaten wie Night Crawler, den mörderisch stampfenden Between the Hammer and the Anvil oder das balladeske A Touch of Evil, bei dem Halford sich gesanglich förmlich zerreißt, gibt es wenig zu meckern. Außer vielleicht, dass einige Songs etwas viel Pathos mit sich rumschleppen. Es gibt für mich auf Painkiller schlicht keine Ausfälle, und die zeitgenössischen Kritiker haben das Album genauso goutiert.
Painkiller ist ein zeitloser Klassiker. Da bleibt nur eines zu sagen: Mein Dank geht an @judaspriest , dass sie mir an diesem Abend in Bad Vilbel eine kleine „Zeitreise“ zurück zum Anfang der 90er-Jahre ermöglicht haben!
